Begleitung
beim Sterben, bei Trennung,
beim Trauern und beim Leben
 

Warum

mache ich das, was ich mache?

Warum? 

Im Jahr 1985 starb mein Vater. Ich als damals 22-jähriger aufstrebender Geschäftsmann verdrängte dieses perfekt - bis zum Tod meiner Mutter im August 2004. Ja, es geht unangenehme Erlebnisse 20 Jahre oder mehr zu verdrängen.

Wie es "der Zufall" bei mir fast immer wollte, lerne ich Neues sehr häufig durch Ausprobieren in der Praxis, bevor ich mir das theoretische Wissen dazu aneigne. So kam es, dass ich im Jänner 2004 nach einer übergangenen bakteriellen Lungenentzündung ein Nahtoderlebnis erfahren durfte.
Dadurch mit dem verdrängten Tod "bekannt gemacht" durfte ich meine Mutter nach langer Krankheit und wenige Monate nachdem sie "den Geschmack des Todes" (siehe auch "Sterben") geschmeckt hatte, in den Tod begleiten.

In den Monaten nach dem Tod meiner Mutter - in meiner Trauerphase - kam dann auch der verdrängte Tod meines Vaters mit großer Vehemenz an die Oberfläche - an meine Oberfläche.

Ich nahm zu dieser Zeit u.a. auch an einer Ausbildung von Edda Buresch, genannt "Lebensschule" teil, die mit dem Spezialseminar "Leben-Tod" abschloß.

All diese Erlebnisse führten mich (ein paar Sterbe- und Trauerbegleitungen später) in die Ausbildung zum zertifizierten Lebens-, Sterbe- und Trauerbegleiter.

Bei dieser Gelegenheit: warum verwende ich dann die Wortkombination "Sterbe-, Trauer- und Lebensbegleiter"?

Das hat damit zu tun, dass ich einige Jahre davor den www.reStartLife.at - Seminarzyklus "Meine innere Freiheit Leben" entwickelt und schon ein paar Jahre gehalten hatte. Dabei merkte ich anhand der deutlichen Mehrzahl der Teilnehmer, dass es oft ein einschneidendes Ereignis im Leben dieser Menschen gab, bevor sie den Mut und die Eigenverantwortung aufbrachten an der Unzufriedenheit in ihrem Leben und an den dieses Leben begleitenden (scheinbaren) Schicksalen etwas zu verändern.

In Wirklichkeit stellte sich im Laufe dieser insgesamt nur 13 Tage immer wieder heraus, dass es gar nicht soviel Mut brauchte um seine Ängste unter fachmännischer Führung zu überwinden (nur vor der Entscheidung diesen Seminarzyklus zu besuchen waren die Ängste scheinbar unüberwindlich) und die Ursachen für die Probleme, die immer wieder in das Leben mehr oder weniger regelmäßig und intensiv "hineinscheißen", endgültig zu lösen. Diese Menschen, die den Mut aufgebracht haben, haben schon ein schönes Leben lange bevor es ans Sterben geht.

Anmerken möchte ich noch, dass es nie wichtig ist, ob die Ereignisse objektiv betrachtet "wesentlich" sind, sondern ob sie für diesen einen einzigartigen Menschen subjektiv wesentlich sind (dies gilt auch für sterbende Menschen).
Natürlich spielen auch Tod oder Trennung in meiner Seminarreihe immer wieder eine Rolle, die wirklichen subjektiv (scheinbar) dramatischen Ereignisse sind jedoch meist vergleichbar mit "wenn zum falschen Zeitpunkt das Schuhband reißt".

Eine wesentliche Funktion eines Sterbebegleiters ist, dass er zum Sterbenden neutral steht (siehe auch "Sterben") und dadurch seiner Verantwortung dem Sterbenden gegenüber auch gut nachkommen kann.

Meisterprüfung Karin

Im Jahr 2017 machte ich dann die "Meisterprüfung". Meine erste Ex-Frau, zu der ich über die Trennung und all die Jahre danach ein gutes Verhältnis pflegte, machte sich nach längerer Krankheit zum Sterben bereit (der Geschmack des Todes auf der Zunge).

Ich "stand" als Ex-Ehemann "zwischen" unserem gemeinsamen Sohn, ihrer Tochter aus zweiter Ehe, ihrer Mutter, ihrem Vater, ihrem aktuellen Lebensgefährten und sollte "neutral" sein?

Auch heute, wenn ich diese Worte schreibe, rinnt mir ob dieser Situation noch die Gänsehaut.

Schlußendlich, durch die Hilfe von Birgit mit ihren Cranio-Behandlungen (www.cranioenergyflow.at) und meiner Begleitung kam es für Karin zu dem glücklichen Ende, dass sie ihr Leben abgeschlossen hatte, nichts zurückließ und danach in Frieden sterben konnte.

Sie werden vielleicht verstehen können, dass ich danach einige Zeit Pause brauchte, denn auch ich brauchte meine Trauerphase.

In dieser Pause wurde mir noch mehr als früher bewußt, wie wichtig es ist, dass ein Mensch mit seinem Leben in Frieden abschliessen kann, BEVOR er stirbt. Dies war und ist der Grund und die Motivation, warum ich Ihnen meine Begleitung (und gerne auch meinen Seminarzyklus) anbiete.

Franz Josef Weihs